Camping Grill für den T5

Den passenden Camping Grill für den T5 zu finden ist in meinen Augen eine der größten Herausforderungen der vergangenen Monate gewesen. Da an den Grill viele Anforderungen gestellt werden und es auf dem Markt scheinbar unendlich viele Modelle gibt, möchte ich hier kurz über meine Odyssey zum perfekten Grill berichten und hoffe damit, dem einen oder anderen bei der Suche etwas zu helfen.

Warum muss der “Son of Hibachi” gehen?

Der “Son of Hibachi” ist ein sehr interessantes Patent, welches einmal wohl von Studenten entwickelt worden ist und Grillkamin und Grill in Einem vereint. Dabei ist Son of Hibachi das Original Produkt und viele Hersteller haben dieses dann nachgebaut (siehe Bruzzler). Ich hatte ihn, trotz der schlechten Verarbeitung, viele Jahre im Einsatz. Er ist platzsparend und schnell angezündet. Das Hauptproblem hierbei ist allerdings, dass mit Kohle geheizt wird. Da wir mit dem VW Bus meist in warme Länder reisen, wo im Sommer eigentlich immer die höchste Warnstufe für Brände herrscht, ist das Grillen mit Kohle oft verboten, auch wenn man sich auf einem Camping Platz befindet.

Der Son of Hibachi in Aktion

Anforderungen an den neuen (Gas)-Grill

Da der Grill ausschließlich für das Campen mit dem VW Bus dienen soll und somit den Kofferraum nicht verlassen wird, muss er möglichst platzsparend sein. Dabei ist wichtig zu erwähnen, er soll zwar nicht zu groß ausfallen, jedoch eben so groß wie nötig. Ich lege beispielsweise einen großen Wert auf einen Deckel. Ohne Deckel kommt ein Grill für mich nicht in Frage, da es unmöglich ist genügend Hitze aufzubauen, ohne dass das Grillgut trocken wird bis es durch ist. Darüber hinaus habe ich gerne zwei Brenner, weil ich morgens gerne Brötchen aufbacke sofern kein Bäcker in der Nähe ist. Mit zwei Brennern kann ich perfekt indirekt grillen oder den zweiten Brenner als Warmhaltefläche nutzen. Zu guter Letzt, möchte ich den Grill möglichst mit den 450 Gramm Schraubgaskartuschen betreiben können, da mir die 5 Kg Flasche zu viel Platz wegnimmt.

Zusammenfassend kann man sagen der Grill muss folgendes können:

  • kleines Packmaß
  • zwei Brenner
  • mit Deckel
  • Für 450 Gramm Kartuschen geeignet
  • Genügend Power

Warum kein Skotti?

Gerade in der VW Bus Szene wird der Skotti Grill gerne gefeiert. Mich erinnert der Grill eher an meinen Primus Omnifuel Benzin Kocher als an einen Grill. Ein kleines Packmaß hat er definitiv, aber so klein muss er für den T5 nun auch wieder nicht sein. Den Skotti würde ich eher in Betracht ziehen, wenn ich mit dem Rucksack unterwegs wäre und wirklich jedes Gramm bzw jeder cm² zählen würde. Darüber hinaus frage ich mich wie man den Skotti wieder zusammenbaut, wenn man mal fettige Burger Patties mit Käse darauf gegrillt hat. Ebenso verfügt er lediglich nur über einen Brenner und hat keinen Deckel.

Warum nicht der Weber Go-Anywhere Gas?

Der Weber Go-Anywhere stand eine ganze Weile in der engeren Auswahl. Nachdem ich ihn allerdings bei einem Freund ausprobieren durfte musste ich leider enttäuschend feststellen, dass der Grill einfach keine Leistung bringt. Ansonsten wäre er bis auf den zweiten Brenner perfekt gewesen. Super Packmaß und Deckel. Da die Leistung beim Grillen jedoch eines der wichtigsten Kriterien ist, kam er nicht in Frage.

Warum nicht der Napoleon TravelQ Pro 285

Der TravelQ Pro 285 ist ein super Grill und ich benutze ihn auch bei mir auf dem Balkon. Er erfüllt beinahe alle Kriterien der Must-Have Liste. Ich muss hier auch erwähnen, dass ich diesen Grill bereits ein paar mal mit dem VW-Bus mitgenommen hatte als es zum Beispiel für zwei Wochen nach Korsika ging und ich noch keinen Camping Grill hatte, außer dem Son of Hibachi Kohlegrill. Er hat seht viel Power, zwei Brenner, ein gusseisernes Rost und Deckel, super verarbeitet und verrichtet seit Jahren seine Arbeit. Das Problem aber ist seine Größe. Wenn ich den TravelQ im Kofferraum habe, ist der halbe Kofferraum vom T5 belegt. Man unterschätzt vor allem die Griffe und die Grillhöhe welche sich im Fahrzeug bemerkbar machen. Somit musste die Suche weitergehen und mir war klar, dass der Camping Grill kleiner werden musste als der Napoleon.

Der Napoleon TravelQ Pro 285 in Aktion

Warum nicht der Campingaz Attitude2go CV

Den Campingaz Attitude2go fand optisch am ansprechendsten von allen Gasgrills. Glücklicherweise konnte ich mir den Grill in einem Obi live ansehen und musste feststellen, dass er leider zu groß war. Aufgrund seines Unterbaus ist er unnötig hoch gebaut. Außerdem stört mich bei Campingaz das proprietäre Gas System, welches dann nur über irgendwelche Adapter mit anderen Gasflaschen kompatibel ist. Abschließend muss man noch sagen, dass auch dieser keine zwei Brenner hat.

Warum ist es ein Enders Grill geworden?

Ich muss zugeben, dass ich sehr skeptisch der Marke Enders gegenüber stand, da sie Grills für Aldi produzierten und das für gewöhnlich nicht für die beste Qualität steht. Auch war es zunächst nicht einfach die Modelle der Enders Grills zu unterscheiden. Darum hier ein kleiner Überblick:
Hauptsächlich sind es die Materialien aus welchen die Grills bestehen. Der Explorer, Explorer Pro, Urban und Urban Pro sind im Wesentlichen die exakt gleichen Gasgrills, jedoch unterscheiden Sie sich im Material. Der Explorer hat einen Aluguss Deckel und ein Edelstahl Rost. Der Urban hat einen Aluguss Deckel aber einen Gusseißen Rost. Der Explorer Pro und der Urban Pro sind ebenfalls gleich gebaut mit dem Unterschied, von Aluguss und Gusseisen. Die Unterseite der Grills ist gleich. Die Explorer haben jedoch Beine und die Urban Serie hat diese Haltegriffe, diese kommen ebenfalls in die selbe Befestigung. Der Trick ist, man kann diese Haltegriffe einfach weglassen und spart so enorm an Packmaß.

Ich habe ich für den Enders Urban entschieden

Die Wahl viel auf den Enders Urban, da Gusseisen Roste deutlich bessere Ergebnisse erzielen als Aluguss und die der Urban einen 4 cm flacheren Deckel hat im Gegensatz zum Urban Pro. Man kann mit diesem Grill gleichzeitig Kochen und Grillen, was gerade beim Frühstück das Aufwärmen meiner Brötchen und das gleichzeitige Kochen des Kaffees erlaubt. Zum Grillen hat der Gasgrill wirklich viel Power und steht meinem Napoleon in nichts nach.

Was ist mit der Qualität?

Nun, diese ist tatsächlich nicht so toll wie beim Napoleon oder bei einem Weber Q. Man merkt, dass sich die Knöpfe und Regler billig anfühlen. Die Regler rasten bei Max und Min nicht ein, so wie man es von teureren Grills gewohnt ist und die Verarbeitung allgemein wirkt nicht so hochwertig wie bei den größeren Marken. Das merkt man zum Beispiel an den Scharnieren oder dem Thermometer. Allerdings erfüllt der Grill die restlichen Anforderungen mit Bravour und ich bin gespannt wie lang er uns begleiten wird. Hier noch ein paar Impressionen vom letzten Ausflug ins Aosta-Tal am Gran Paradiso auf 2000 Meter Meereshöhe.

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