Caddy – Der Ausbau

Am Anfang jedes Ausbauprojektes steht die Planung. Welche Anforderungen habe ich, was soll mein Ausbau können, wie teuer darf das ganze werden

  • genug Platz, um bequem zu schlafen
  • hoch genug, um ein Bierfass zu laden
  • nachrüstbar mit Heckauszug
  • schnell ein und ausbaubar
  • deutlich billiger als die fertigen Bausätze

Spoiler Alarm: Am Ende des Ausbaus ist man klüger.

Alternativen, Inspirationen und Planung

Es lohnt sich immer sich ein bisschen umzuschauen und die eine oder andere Idee mitzunehmen. Googelt einfach nach „Campingbox“ und ihr werdet auf viele Selbstbauprojekte und Fertigmodule stoßen. Besonders angetan hatte es mir die Lösung von vanessa. Wenn der Preis nicht so hoch wäre hätte ich den Ausbau vielleicht nie gestartet.

Hat man sich erst mal entschieden ist das wichtigste eine saubere Planung. Ich wollte von Anfang an in mehreren Schritten ausbauen, um schneller auf der Straße zu sein. Ursprünglich geplant waren die Kernbox und der Heckauszug. Später kamen dann noch die Kopfverlängerung sowie zwei Varianten der Fußverlängerung dazu.

Am Anfang baut man sich aber am besten erst einmal einen Prototypen aus Karton. Im Kofferraum sauber abzumessen und Winkel zu bestimmen ist gar nicht so einfach. Dazu kommt noch das der Caddy innen nicht symmetrisch aufgebaut ist. Also erst mal vermessen, dann einen Pappeinsatz bauen und wo nötig nachjustieren. Außerdem hilft das auch sehr dabei sich die Fläche und Größe besser vorzustellen.

Die Befestigung

Mein Caddy Maxi ist eigentlich ein 7-Sitzer. Als ersten Schritt habe ich die hintere Sitzreihe ausgebaut und mir das ganze mal näher angesehen. Die Sitze ruhen auf einer Schiene, die man auch ausbauen kann (ich dachte zuerst sie wäre verklebt). Die Bolzen halten die Sitze und sind nach unten durch ein Loch im Boden verschraubt. Von unten hält das ganze durch eine überraschend kleine Mutter, die in einem Käfig zentriert wird.

Damit habe ich die Möglichkeit die Camping Box im Auto zu fixieren und gegen das Verrutschen zu sichern. Hat man keinen 7-Sitzer bieten sich die Halterungen für die Spanngurte als Fixpunkte an.

Das Material

Holz als Grundwerkstoff stand für die Box von Anfang an fest, nur welches Holz? Nach einiger Recherche habe ich mich für Multiplexplatten entschieden. Neben der hohen Stabilität war vor allem die Verzugsfestigkeit und der Ausgleich der Faserrichtung, durch die verdrehte Lagen, entscheidend. Bei der Stärke war ich mir nicht sicher und hab zuerst einmal 12mm Platten bestellt, leider viel zu dünn. Beim ersten Belastungstest mit meinem Knie hat sich die Platte bereits total verbogen. Als Folge daraus habe ich dann überkompensiert und bin auf 24mm Plattendicke umgestiegen, was rückblickend zu viel und zu schwer ist. Verbaut habe ich jetzt 12mm Boden, 24mm Seiten und 24mm Oben. Der Boden und die Seiten sind gut gewählt, für die Liegefläche würde ich eher 21mm empfehlen. Vielleicht reichen sogar 18mm.

Der Ausbau

Angefangen habe ich mit der Bodenfläche (oben links). Die Metallplatten, die ihr im Bild seht sind zur Verstärkung um die M10 Schrauben zu halten, die den Boden in der alten Sitzhalterung verschrauben. Das Einzubauen, war ein ziemlicher Aufwand, ich hab zuerst eine 5 mm Vertiefung in das Holz gedremelt, dann ein Alublech passend gekürzt, die Löcher gebohrt und zuletzt alles verklebt. Braucht man das? Jein ich wollte die Sitzschienen nachbilde, weil ich Angst hatte das mir die Holzplatte sonst einfach ausreißt. Allerdings ist meine Bodenplatte auch etwas vorgeschädigt, weil ich ursprünglich Schlitze für die Schienen vorgesehen hatte (ich dachte ja die wären fest im Caddy drin). Rückblickend wäre es einfacher gewesen die Alubleche einfach aufzukleben, der Teppichboden hätte schon Platz gemacht.

Die Seitenwand (oben rechts) war recht schnell gebaut. Meine besteht aus zwei verleimten 12mm Platten. Auf der einen Seite hatte ich die Hälfte der Platten eh schon von meiner Fehlbestellung da, auf der anderen Seite wird meine Seitenplatte Richtung Heckklappe dünner (ca. bei der Schraubzwinge im Bild). Das habe ich so geplant, um die Staufächer im Kofferraum noch erreichen zu können. Auch schön im Bild sind die Teleskopschienen für die Heckauszüge, doch dazu mehr in einem anderen Artikel.

Beim Zusammen puzzeln der Box (unten) habe ich dann noch eine Trennwand (Mitte) eingebaut, die einerseits den zukünftigen Heckauszug abtrennt und andererseits die Seiten stabilisiert. Ihr seht das kleine Loch zum Durchschieben von längeren Ladungsobjekten: viel zu klein! Da ich im Winter oft zu faul bin die Camping Box auszubauen (und wo stellt man das Ding hin, wenn man es ausbaut?) muss ich meine Ski jetzt obenauf laden. Sonst aber schon eine praktische Sache. Eine Begrenzung des Heckauszugs verhindert auch das das Campinggeschirr hinten runterfällt. Zu guter Letzt rechts die fertige Box mit Deckel. Ich habe alles verleimt und mit Winkeln verschraubt. Die Winkel hab ich von Amazon grausame Qualität, aber für 20 Stück unschlagbarer Preis!

Planungsfehler

Irgendjemand hat mal gesagt am Meisten lernt man aus Fehlern. Also was ist alles schief gegangen?

  • die Box ist schwer. Das liegt vor allem an den 24mm Plattenstärke für die Liegefläche
  • die Durchreiche in der Heckklappenbegrenzung ist etwas knapp ausgefallen
  • die Fasshöhe erreiche ich nur ohne Heckauszug (zum Glück abbaubar)
  • die Liegefläche ist zu klein, siehe Kopf – und Fußverlängerung
  • Multiplexplatten und Metallkleinteile sind Preistreiber (am Ende dürften es < 500€ gewesen sein)

Vor allem das Gewicht darf man nicht unterschätzen. So eine Box ist schon recht sperrig und durch die Hebelwirkung allein kaum noch transportabel. Evtl. würde sich hier eine Modulbauweise z.B. mit Kniehebelspannern wie bei der Fußverlängerung anbieten.

Fazit

So sieht das Ganze dann im Caddy aus. Hervorgehoben die Staufächer, die M10 Schrauben und die Zurrösen zur Ladungssicherung.

Die Staufächer werden durch die leichten Abstufungen der Seitenwände und der Liegefläche etwas zugänglicher, aber man verliert hier leider etwas Platz. Die Becherhalter rechts und links der Liegefläche sowie die Sonnenbrillennetze und Kleiderhalter sind dagegen super vom neuen Bett aus zu nutzen.

Alles in allem ein voller Erfolg (-,

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