Solarmodul

Autark dank Solarmodul

T5 mit Solarmodul

Wer mit seinem Bus fern von Campingplätzen die Welt erkunden möchte und trotzdem auf sein kaltes Bier am Strand nicht verzichten will, kommt um die Solarmodul Frage nicht herum.

Die Gedanken, welche wir uns zu diesem Thema gemacht haben, wollen wir euch nicht vorenthalten.

 

Bestandsaufnahme

Als Erstes sollte man sich die Frage stellen: Wie viel Strom brauche ich überhaupt?

Dies ist in erster Linie davon abhängig, welche Verbraucher permanent Strom ziehen während der Bulli steht. Hinzu kommen die Verbraucher welche sporadisch hinzukommen und auf welche Notfalls verzichtet werden kann.

Zu den Permanenten zähle ich:

  • Kühlschrank
  • Innenbeleuchtung (Dank LED Umbau vernachlässigbar)

Zu den Sporadischen:

  • Ladegeräte (Handy, Kamera)
  • Standheizung
  • Radio

Weiterhin ist wichtig, wie lange man ohne Steckdose am Campingplatz auskommen möchte. Gilt es die Laufzeit der permanenten Geräte nur zu verlängern, reichen kleinere Dimensionen der Solarpanele aus. Der Gegensatz dazu wäre, dass die Batterie trotz aller permanenten Verbraucher geladen wird.

Nun gilt es den Strombedarf seiner Verbraucher zu ermitteln und zusammen zurechnen, damit man einen ungefähren Anhaltspunkt zum Verbrauch erhält.

Mein wichtigster permanenter Verbraucher ist der Kühlschrank, welcher sich ca 45 Watt gönnt. Das wären bei 12 Volt Boardspannung Pi mal Daumen 45/12 = 3,8 Ampere.

Bei einer Batterie mit 70 Ah könnte der Kühlschrank somit rein rechnerisch 70 Ah/3,8A = 18,4 h laufen. Klar, dass die Batterie danach Tiefentladen wäre falls der Kühlschrank
keinen Entladungsschutz hat und auch die Voltzahl geht ebenfalls zunehmend runter aber das vernachlässigen wir mal an dieser Stelle.

Falls wir jetzt länger als 24 Stunden an einer Stelle stehen wollen und die sporadischen Verbraucher hinzurechnen, benötigen wir ein Solarmodul welches uns mindestens 5A spendiert. Da die Sonne nachts nicht scheint und mit etwas Pech tagsüber auch nicht den ganzen Tag, sollten es im Optimalfall sogar noch mehr Ampere sein. Zumindest haben wir jetzt einen Anhaltspunkt.

Solarmodul oder Solarkoffer
Bus mit Solarmodul Dach

Bild von Thomas Weismüller

 

Lange haben wir überlegt ob es nicht einfacher wäre ein Solarmodul auf dem Dach unterzubringen. Es müsste nicht im Bus transportiert werden, es würde keinen Platz im Bus verschwenden und der Auf- und Abbau sowie die Suche eines geeigneten Platzes würden sich erübrigen.

 

 

Leider ist das aber auch ein Manko. Fest installiert auf dem Dach ist es immer notwendig in der Sonne zu stehen und in Kauf zu nehmen, dass man Morgens um 7:00 Uhr bei + 20°C schweißgebadet im Fahrzeug aufwacht. Wenn man dann noch, so wie wir, Dinge wie Surfbretter auf dem Dach transportieren möchte, ist die Dachvariante gänzlich ungeeignet. Hinzu kommt, dass das Solarmodul auf dem Dach montiert das gesamte Jahr über der Witterung ausgesetzt ist.

Aus diesen Gründen habe ich mich für einen Solarkoffer entschieden. Gerade dieses Model finde ich sehr praktisch, da es schnell aufgebaut ist, der Wandler schon fertig installiert ist und eine Tasche ist auch dabei. 100 Watt haben bei uns dabei immer ausgereicht.

Rein rechnerisch bekomme ich mit 100 Watt bei 13,5 Volt ca. 7.4 Ampere raus. Natürlich ist das der absolute Maximalwert, wenn die Sonne hoch steht und das Panel richtig ausgerichtet ist. Allerdings muss ich dazu sagen, dass 5 – 6 Ampere erfahrungsgemäß ein guter Schnitt sind.

Tipps zum Solarkoffer

Der vorgestellte Solarkoffer hat ein 5 Meter langes Kabel im Lieferumfang und Batterieklemmen zum Anschließen. Beides finde ich nicht praktikabel.

Meine Batterie befindet sich unter dem Fahrersitz. Da komme ich mit den Anschlussklemmen nicht dran. Aus diesem Grund habe ich mir einen KFZ 12V Ladestecker und nochmal 5 Meter 10 mm² Kabel besorgt. So kann ich den Solarkoffer überall aufstellen und in jede Zigaretten Buchse stecken, welche mit der Zweitbatterie verkabelt ist.

Unser Fazit

Das Dachmodul wird wohl die beste Möglichkeit für Busse mit Aufstelldach sein. Diese können wegen der Höhe oftmals so oder so nicht überall unter den Bäumen stehen. Da die California Modelle zudem Zweisitzer mit geringeren Verstaumöglichkeiten sind, ist es platzsparender das Solarmodul auf dem Dach zu installieren.

Wer jedoch flexibel bleiben möchte und / oder Dachgepäck dabei hat sollte eher zu dem Solarkoffer greifen.

 

Habt ihr weitere Pro’s und Contras die wir hier nicht aufgeführt haben? Schreibt uns einfach hier, oder auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/travelsmarterde/

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6 comments

  • Peter Pan

    Hallo Carola und Moritz,

    Konntet ihr mittlerweile weitere Erfahrungen mit dem Solarkoffer sammeln? Mich wuerde interessieren welches Modell und von welchem Hersteller ihr den Koffer gekauft habt.

    Ich freue mich von euch zu hoeren!
    Gruesse,
    Peter

  • Hallo Peter,

    das Model für das wir uns entscheiden haben findest du hier:
    http://www.ebay.de/itm/201182818708

    Wir haben uns für die 100 W Version entschieden, da diese (mit Zweitbatterie) vollkommen ausreicht.

    Durch die Tasche ist die Oberfläche des Moduls auch immer gut geschützt.

  • Timo Jakob

    Hallo zusammen!

    Zuerst mal ein Kompliment: eine tolle Seite habt Ihr hier, habe mir schon den einen oder anderen Tipp geholt!
    Ihr schreibt, dass man mit einem Ladestecker die zweite Batterie an jeder 12 V Dose laden kann, die mit der zweiten Batterie verbunden ist.
    Welche sind den verbunden und welche nicht (hab nen Califonia Beach BJ. 2014) und ist das ein ganz normaler Stecker, oder muss er als Ladestecker besondere Bedingungen erfüllen?

    Für die Antwort schon jetzt vielen Dank!!
    Viele Grüße
    Timo

    • admin

      Hallo Timo,
      Es handelt sich um einen ganz normalen Zigarettenanzünder Stecker. Ich glaube ich habe den im Artikel auch verlinkt. Da wir einen Multivan haben der ohne Zweitbatterie ausgeliefert worden ist musste ich alle drei Zigarettenanzünder umpinnen. Bei dir werden vermutlich zumindest die hinteren Steckdosen von der Zweitbatterie gespeist, sofern diese von Anfang an drin war. Um klarheit zu schaffen kannst du auch einfach die Erstbatterie abklemmen und schauen aus welcher Steckdose noch Strom kommt.

      Grüße, Peter

  • Sergej

    Hallo,

    erstmal vielen Dank für die ausführliche Beschreibung.

    Ich hätte eine Frage zu den Kabelquerschnitten vom Solarpanel zur jeden beliebigen 12V-Dose. Du hast dafür 10mm^2 Kabelquerschnitt genommen. Warum 10qmm? Ab der 12V Dose gehen doch maximal 4qmm weiter zur Batterie?
    Ich möchte mir nämlich 2x 12V Dosen speziell nur für Solarpanels einbauen. Wäre es da besser von der Dose zur Batterie auch 10qmm-Kabel zu verlegen oder reichen 4qmm.
    2. Frage: Wäre eine Sicherung direkt nach der Dose am Kabel zur Batterie überflüssig oder vom Vorteil?

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen und danke im Voraus 😀

    • admin

      Hallo,

      Also Grundsätzlich hast du mit deiner Überlegung recht. Von der Dose bis zur Batterie gehen für gewöhnlich 4mm^2. Ich habe 10mm² vom Solarpannel zur Batterie weil das Kabel schon dabei war. 4mm² reichen jedoch völlig aus dafür.
      Man kann sich im Internet Kabeldurchmesser ausrechnen. Bei meinem 100 Watt Modul erreiche ich maximal 8 Ampere bei 12 Volt.
      D.h. ich hab auch bei dem 4mm² sehr viel Luft nach oben. Normalerweise sind die Steckdosen von Haus aus mit 25 Ampere abgesichert.

      Zu den Sicherungen. An sich solltest du auf jeden Fall eine Sicherung zwischen 12V Steckdose und Batterie anbringen.
      Was du dort für Kabeldurchmesser verwenden möchtest hängt davon ab was du an der Dose noch betreiben möchtest.
      Wenn es nur das Solarmodul ist, sind 10mm² übertrieben. Da reichen die 4mm² vollkommen. Wenn du jedoch mal einen 1000 Watt Spannungswandler oder ähnliches dort anschließen möchtest würde ich dickere Kabel verwenden.

      Gruß, Peter

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