VW T5 – Kühlschrank geht aus

Hilfe, mein Kompressor Kühlschrank geht aus

Mit dem Bus ohne Kühlschrank wegfahren scheint für uns mittlerweile undenkbar. Viel zu lieb haben wir unseren treuen Begleiter gewonnen, als das wir auf ihn verzichten könnten.

Im Einsatz haben wir die Dometic Coolfreeze CF 40.

In letzter Zeit ist uns aufgefallen, dass bei großer Hitze, der Kühlschrank sich nach kurzer Standzeit von zwei bis drei Stunden von selbst abschaltet. Mein erster Gedanke war, die Zweitbatterie verabschiedet sich so langsam und hält die Spannung nicht mehr. Als Zweitbatterie hatten wir eine Banner mit 70 Ah verbaut.

Da die Batterie bereits 4 Jahre auf dem Buckel hatte und öfter leer gelaufen ist, habe ich gar nicht weiter nach der Ursache gesucht und mir direkt eine neue Zweitbatterie gekauft. Diesmal sollte es eine Varta mit 95 Ah AGM Batterie werden. Gekauft, verbaut, erstmal für gut befunden.

Schon bei der nächsten Wochenends Ausfahrt trat das selbe Problem erneut auf. Nun musste eine genauere Analyse her. Die systematische Vorgehensweise wäre erstmal die folgenden Punkte zu kontrollieren:

  • Funktioniert die Lichtmaschine überhaupt?
  • Wenn ja, schaltet das Relais für die Zweitbatterie?
  • Wenn ja, wird die Batterie überhaupt geladen bei Fahrt?
  • Wenn ja, ist der Kühlschrank vielleicht hinüber?

Nachdem ich bei laufendem Motor selbst am Kühlschrank noch schöne 13.8 Volt messen konnte, konnte ich diese Fehlerquellen erstmal ausschließen. Auch der letzte Punkt machte keinen Sinn, da der Kühlschrank ja wunderbar kühlt solange er genug Saft hat.

Eingebaute Batterieüberwachung

Dunkel konnte ich mich noch erinnern, dass der Kühlschrank ja von Haus aus einen Batteriewächter eingebaut hat. Diesen habe ich vor Jahren auf die Stufe „Mittel“ eingestellt gehabt. Ein kurzer Blick in die Bedienungsanleitung gab darüber Aufschluss, was dieses „Mittel“ denn genau bedeutet.

In dieser Einstellung schaltet sich der Kühlschrank automatisch ab, sobald die Volt Zahl unter den Wert von 11,8 Volt fällt. Er geht wieder an sobald die Spannung einen Wert von 12,2 Volt erreicht hat.

Mit diesen Informationen ging es mit dem Multimeter auf weitere Fehlersuche. Die Idee war zu messen, auf wieviel Volt die Spannung abfällt wenn der Kühlschrank startet.

Das Ergebnis war eigentlich gar nicht so überraschend.

Wenn keine Last angehängt war, betrugt die Spannung der Batterie 12,3 Volt. Dies entspricht einem Ladezustand von ca 30%. Springt der Kompressor an, fällt die Batteriespannung für einen ganz kurzen Moment unter 11,8 Volt. Nun war klar, dass diese Spannungspitze mittels eines Kondensators behoben werden müsse.

Kondensatorlösung selbst basteln für 30 €

Da ich bei der Recherche für meine Messungen die Ladespannungen gesucht habe, ist mir aufgefallen, dass eine Spannung von 11,8 Volt für eine AGM Batterie bereits zu niedrig ist.

Den Batteriewächter des Kühlschranks auf „hoch“ zu stellen war ebenfalls keine Option, da dieser sich bereits bei 12,5 Volt abschaltet. Hier ist die Batterie allerdings noch bei 50%. Dies Option wurde vermutlich für Kunden eingebaut, welche die Kühlbox an der Starterbatterie angeschlossen haben. Im Gegensatz zu denen ist mir recht egal wenn meine Zweitbatterie leer ist.

Einen externen Batteriewächter wollte ich mir eigentlich auch nicht extra einbauen. Zum einen sind die relativ teuer wenn sie gut sein sollen, zum anderen wäre das nochmal ein Gerät zusätzlich zum verbauen.

Die Kühlbox ist bei uns mittels Zigarettenanzünder mit der Zweitbatterie verbunden. Somit suche ich eigentlich etwas was die Spannung manipulieren kann, und auf beiden Seiten einen Zigarettenanzünder Stecker hat. Einmal männlich, einmal weiblich. Wie erwartet gibt es sowas nicht. Wäre auch zu einfach gewesen. Darum habe ich mir folgende Teile einzeln bestellt.

Die ersten drei Teile meiner Liste kosten zusammen knapp unter 30 Euro. Den Voltometer habe ich mir zu Beobachtungszwecken gekauft. Hier kann ich immer von weitem ablesen was die Zweitbatterie gerade treibt. Gerade in Verbindung mit einer Solaranlage ist das sehr praktisch.

Die Lösung

Der Zusammenbau der drei Komponenten ist ein Kinderspiel. Auf beiden Seiten ein Loch im Universalgehäuse bohren, das KFZ Verlängerungskabel durchschneiden, die Enden Abisolieren, in das Gehäuse führen und mit dem Konverter verbinden. Jetzt Strom an der Batterie anstecken und mit der Potentiometerschraube die gewünschten Volt am Ausgang einstellen. Die kleinen Minikondensatoren reichen bereits aus um die Spannungsspitze zu einem ausreichenden Grad auszubügeln.

Um jetzt das 11.8 Volt Batteriewächterproblem zu lösen habe ich am Ausgang – 0,2 Volt eingstellt. Die bedeutet wenn die Batterie bei 12 Volt angekommen ist, bekommt der Kühlschrank nur 11,8 und schaltet sich ab. Eine günstige und funktionierende Lösung und das kalte Bier ist gerettet.

DC DC Regler

ACHTUNG: Diese Anleitung erfolgt auf eigene Gefahr. Es wird keine Haftung für jegliche Beschädigungen übernommen. 

 


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One comment

  • Dr. Roland Hertwig

    Hallo, ich habe das gleiche Problem mit meiner CF 40 undkann den Spannungyabfall bestätigen. Offensichtlich ist es so, dass der Kühlkompressor bei Temperaturen über 35°C ziehmlich heftig arbeiten muss, um das Kühlmittel so unter Druck zu setzen, dass es sich verflüssigt. Eine Dampfdruckkurvein Abhängigkeit von der Temperatur könnte diese Hypothese bestätigen. In der räumlichen Enge, in der die CF 40 beiuns untergebracht ist, können da schon 40 oder mehr Grade auftreten.

    Durch die hohe Last des Kompressors bricht die Spannung dann zusammen. Es ist übrigens nicht schlimm wenn dieBatterie unter Last 11,8 Volt erreicht, ausschlaggebnd ist die Ruhespannung.

    Die eigentliche Frage ist jedoch, warum die Spannung überhaupt zusammenbricht, denn die Batterie kann locker 200 A liefern, auch wenn sie nur zu 30% geladen ist. Solche Stromstärken kommen bei Anlassvorgängen locker vor.

    Also muss ein hoher Widerstand zwischen Kühlbox und Batterie vorliegen. In Frage kommen Kontaktwiderstände am Stecker oder ein zu dünnes Kabel zwischen Batterie und Stecker.

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